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Campus ehm StMue 04 2017

4. Oktober 2018

Mit Schreiben vom 3. September 2018 wurde das Diakonenhaus durch das Landeskirchenamt über einen Beschluss der Kirchenleitung vom 24. August 2018 informiert (vergleiche auch https://engagiert.evlks.de/landeskirche/mehr-zu/kirchenleitung/). Dieser beschreibt die künftige Richtung zur Entwicklung der kirchlichen Hochschulen in Sachsen, insbesondere der Moritzburger Hochschule (siehe Anlage).

Der Beschluss der Kirchenleitung geht von der Vorgabe aus, dass mittelfristig mindestens ein Drittel der landeskirchlichen Ausgaben für die gemeindepädagogische Ausbildung eingespart werden muss. Das ist ein Betrag von etwa 400.000 Euro im Jahr. Um dennoch gemeindepädagogische Studiengänge auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, schlägt er ein Verschränkungsmodell vor, welches weiter zu prüfen und umzusetzen sei. Danach sollen die Studiengänge der Moritzburger Hochschule mit der Struktur der Dresdner Hochschule verschränkt werden. Dies soll unter derzeitiger Beibehaltung des Standorts Moritzburg geschehen. Dabei gilt die Maßgabe, dass der Dresdner Studienbereich mit seinen sozialarbeiterischen, kindheitspädagogischen und pflegerischen Studiengängen in seinem bisherigen Finanzierungsmodell (85 % Freistaat, 15 % Landeskirche) nicht verändert wird und der Moritzburger Studienbereich wie bisher zu 100 % kirchlich finanziert wird.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Finanzierungsmodelle der beiden Studienbereiche ist nur in begrenzten Maße mit einer Kompensation der eingangs erwähnten Einsparungen durch Synergieeffekte zu rechnen. An den Kürzungen für die gemeindepädagogische Ausbildung wird sich demnach in einem Verschränkungsmodell kaum etwas ändern.

Es muss klarer als bisher darüber gesprochen werden, dass mit dem nun beschrittenen Weg für die Zukunft entsprechende Einschnitte in der gemeindepädagogischen Arbeit zu erwarten sind und sich wohl auch das für die sächsische Landeskirche prägende Modell des Dreigespanns im Verkündigungsdienst verändern wird.

Zu fragen ist auch, unter welchen Rahmenbedingungen sich die jungen Leute in unserer Landeskirche, die in dem gemeindepädagogischen Dienst in Kirchgemeinden und Kirchenbezirken ihre innere Berufung sehen, oft auch verbunden mit dem Wunsch, sich zum Diakon oder zur Diakonin einsegnen zu lassen, in der künftigen Hochschulstruktur wiederfinden werden.

Solche für den Verkündigungsdienst in unserer Kirche zentralen Fragen bedürfen der Erörterung in einer breiteren kirchlichen Öffentlichkeit, um in ihren Auswirkungen auch gemeinsam getragen werden zu können.

Einen Beitrag dazu leisten die Gespräche, welche die vom Verwaltungsrat des Diakonenhauses eingesetzte AG Hochschulentwicklung mit dem Kollegium der Moritzburger Hochschule, mit der Rektorin der Dresdner Hochschule, mit Vertretern der Bezirkskatecheten, Jugendwarte und des Berufsverbands Gemeindepädagogik, mit Synodalen und Superintendenten sowie mit Studierenden geführt hat beziehungsweise in naher Zukunft führen wird. (vgl. den in der Anlage beigefügten Arbeitsplan der AG Hochschulentwicklung des Diakonenhauses): Ziel ist es dabei, das geistliche und pädagogische Profil der religions- und gemeindepädagogischen Ausbildung in Moritzburg unter sich ändernden Rahmenbedingen auch für die Zukunft unserer Kirche fruchtbar werden zu lassen.

Weitere Diskussionen sollten auf anderer Ebene geführt werden, zum Beispiel in Konventen, und natürlich auch in der Landessynode.

Gut ist, dass dafür Spielraum besteht, denn der Beschluss der Kirchenleitung gibt eine Richtung vor, die in der kommenden Zeit zu einem konkreten Weg ausgearbeitet werden muss, getragen von einem möglichst breiten Konsens in unserer Kirche.


Prof. Dr. Thomas Knittel
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035207-83230 / 0151-40052455

Anlagen:
Brief des Landeskirchenamtes an das Diakonenhaus vom 3.9.2018
Arbeitsauftrag der AG Hochschulentwicklung des Diakonenhauses