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Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. – 1. Petrus 4,10

Im griechischen Text steht für Gabe das Wort „Charisma“ (Gnadengabe). Diakonin oder Diakon bin ich nicht aus eigenem Entschluss und aus eigener Kraft. Durch das Wirken des Heiligen Geistes werde ich ein Mitspieler im Haushalter-Team der Gnade. Die Gnade Gottes begegnet den Menschen in vielerlei Gestalt, mein konkreter Dienst ist gleichsam ein Tropfen in diesem stetig fließenden Strom. Aber auch meine Gabe ist gefragt.05 Mai small


Zwei Dinge sind mir zum Thema Begabung wichtig: Erstens sind Begabungen Geschenke, die ich selbst nicht herstellen kann. Ich kann sie entdecken, gebrauchen, entwickeln. Aber machen kann ich sie nicht. Zweitens hat der Schöpfer aller Begabungen sie auf ein gemeinsames Ziel hin gegeben. Sie dienen der Gnade. Begabungen sollten daher nie mit Eigennutz oder gegen andere gebraucht werden. Es geht auch nicht um das Rechtbehalten. Gaben wollen dienen und in Gnade gebraucht werden. Als Diakon/in habe ich viele Möglichkeiten dazu. (Thomas Knittel)

 

 

 

 

 

 

Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat.1. Korinther 3,5

Ich gehöre zu Paulus, sagen die einen, ich zu Apollos, sagen die anderen. Welchen Rang hat denn dieser Apollos? Welchen Rang hat Paulus? Den des Diakons. Es ist wenig wahrscheinlich, dass Paulus hier vom Amt des Diakons spricht, ein solches war in dieser Zeit erst allmählich im Entstehen. Aber er spricht von dem, was das Amt des Diakons und der Diakonin begründet. Und das finde ich eigentlich noch viel interessanter. 04 April smallDie Diakoninnen und Diakone, sie sind Menschen, die zum Glauben ermutigen oder sagen wir: provozieren („Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid“). Ich glaube, es ist für diakonische Identität unaufgebbar, dass die Diakonin und der Diakonin ihr Tun als Dienst am Evangelium verstehen. Sie sind professionell in ihrem pädagogischen, sozialarbeiterischen oder pflegenden Handeln (um nur einige Beispiele aus der Vielfalt diakonischer Beruflichkeit zu nennen). Aber sie sind zugleich und vor allem Zeuginnen und Zeugen des Evangeliums. Sie sind „Verführer zum Glauben“. Ordnungsgemäß eingesegnet und insofern berufen. Es ist kein Zufall, dass Paulus den Begriff „diakonos“ in der Regel im Kontext seines Verkündigungsdienstes gebraucht. (Thomas Knittel)

 

 

"Holzweg" zwischen Hochschule und BrüderhausAber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.  – 5.Mose 5,14a

Die Zeit der Ruhe gehört zum Rhythmus der Schöpfung. In einem Kalender las ich den Satz: „Wer zu viel arbeitet, sündigt an der Arbeit und an sich selbst.“ Dienen heißt nicht, sich über die Kräfte hinaus zu verausgaben. Die Schönheit des Dienens wird gerade in der Freiheit und Gelassenheit gefunden.

Meine Verantwortung ist mir anvertraut. Zu konkreten Zeiten und an konkreten Orten. Antwort bin ich dafür schuldig. Aber nicht für alle Fragen der Welt. Und nicht von 0-24 Uhr. Der Schöpfer will auch noch etwas zu tun haben. Befreit kann ich ablegen, was heute nicht getan werden soll. Befreit kann ich erwarten, was Gott mir an Ideen einflüstern wird. Befreit kann ich schlafen und Gottes Wort zutrauen, dass es seinen Lauf nimmt. In einer Predigt sagte Martin Luther: „Ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst hab ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisches Bier mit meinem Philippo und Amsdorf getrunken habe, also viel getan ... Ich hab’s nicht getan, das Wort hat es alles gehandelt und ausgerichtet“. (Thomas Knittel)

 

 

Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich di02 Februar smallenen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.Markus 10,43b-45

Jesus fasste seinen Auftrag mit dem Begriff des „Dienens“ zusammen. In seiner Nachfolge sind alle dazu gerufen, es ihm gleichzutun. Treffend formuliert es Lothar Coenen im Theologischen Begriffslexikon zum Neuen Testament: „Dass (im Neuen Testament) gerade das für den Griechen am meisten an den unteren Rand der Gesellschaft verweisende ‚diakoneo‘ … zum bevorzugten Begriff wurde und nicht etwa das an die Ehrendienste für das Gemeinwohl erinnernde ‚leitourgeo‘, zeigt eine bewusste und beabsichtigte Akzentuierung: Einem anderen zu dienen, für einen anderen zu leben, ihm den Vorrang zu geben, - das ist charakteristisch für Jesus und deshalb auch Kennzeichen christlicher Existenz; und zwar nicht aus sozialer oder wirtschaftlicher Nötigung und Abhängigkeit, sondern aus Dankbarkeit gegen Gottes Zuwendung in Liebe und Barmherzigkeit.“ Diakoninnen und Diakone sind Menschen, die sich diesem an alle Christen gerichteten Auftrag in besonderer Weise zur Verfügung stellen. (Thomas Knittel)

 

 

 

Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! - Jesaja 6,8

01 Januar small 250Auf eine Kanzel zu steigen, war nicht mein Lebensplan. Vielen, die Diakone und Diakoninnen wurden, ging es wohl ähnlich. In gewisser Weise hat Gott uns überwältigt, als er uns in den Dienst rief. Ebenso war es bei Jesaja. Seine Berufung begann mit einer Gotteserfahrung, die ihn faszinierte und zugleich erschaudern ließ. Die biblischen Berufungsgeschichten beginnen selten mit der Frage: Herr, was kann ich für dich tun? Als einmal einer zu Jesus sagte: „Ich will dir folgen, wohin du gehst.“, reagierte Jesus seltsam barsch:

„Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ Dietrich Bonhoeffer schrieb dazu: „Den Wunsch zur Nachfolge kann man Jesus nicht antragen.“ Jesajas Erfahrung zeigt: Berufung beginnt mit Ergriffenheit. Gott hat sich kundgetan, ich habe ein kurzes Aufleuchten seines Glanzes vernommen. Eine heilige Szenerie, die nicht von mir hergestellt werden konnte. Sie geht immer von Gott aus. Heilig wird jemand oder etwas, wenn Gott davon Besitz ergriffen hat. „Hier bin ich!“ Diakon/in wurde ich, weil es Gottes Weg mit mir war. (Thomas Knittel)

 

 


Predigt über 1. Kor. 3,5-11 im Eröffnungsgottesdienst der Hauptversammlung des VEDD am 14.11.2017 in MoritzburgPaulus

5 Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. 9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Liebe Schwestern und Brüder,

was ist denn nun Hephata, was ist Moritzburg? Diakonische Gemeinschaften sind sie, und zwar jede so, wie es der Herr gegeben hat. Was ist denn das Rauhe Haus, was ist Neinstedt? Diakonische Gemeinschaften sind sie, durch die Glaube geweckt und genährt wird.

Ich grüße Sie und Euch alle sehr herzlich und sage noch einmal: Willkommen zur Hauptversammlung des VEDD in Moritzburg! „Das Evangelium in seiner Vielfalt gestalten“, wer könnte uns dazu besser hinführen als der Diakonos Paulus, als der er sich selbst mehrfach bezeichnet?

  

Gedanken zum Monatsspruch für November 2017
von Thomas Knittel

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
Ezechiel 37,27 (L)

Karton klein

 

„Eine Liebe, zwei Wohnungen.“ Es ist ein Fall für den Paarberater: Seit einem Jahr sind sie ineinander verliebt. Beide haben in ein und demselben Haus eine eigene Wohnung. Sie ist aber meist in seiner und nutzt die ihre nur selten. Als sie ihn aber fragt, warum sie nicht dauerhaft zusammenziehen, weicht er aus.

Der Paarberater schreibt: Sie wohnen ja eigentlich längst zusammen, eine ihrer Wohnungen ist die Hauptwohnung, die andere dient gewissermaßen als Nebenwohnung. Zu mehr sollten Sie Ihren Partner nicht drängen. Überdies sei ein solches Modell heute keine Seltenheit – „Living apart together“, sinngemäß: getrennt zusammen leben. Er nennt auch den Grund, warum das manchen attraktiv scheint: „Zusammenziehen ist heute der härteste Belastungstest für eine Beziehung.“

 

 

Predigt über Markus 1,32-39 (19. Sonntag nach Trinitatis) 

778995 web R B by Uwe Wagschal pixelio.de32 Am Abend aber, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. 33 Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. 34 Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden; denn sie kannten ihn. 35 Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. 36 Und Simon und die bei ihm waren, eilten ihm nach. 37 Und da sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. 38 Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Orte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. 39 Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.

War Jesus vielleicht auch burnout-gefährdet?

TdE gross

 


Lesen Sie hier die Dialog-Predigt zu Markus 3, 31-35 aus dem Abschlussgottesdienst des Treffens der Ehepartnerinnen 2017.

 

 

 

 

 

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Gedanken zum Monatsspruch für September 2017
von Thomas Knittel

 „Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

(Lukas 13,30)

Beinahe jedes Jahr nehme ich mir im Urlaub vor, ein Buch zu schreiben. Vielleicht ist das auch ein bisschen übertrieben, es mag sein, dass die Aussage nur für jedes dritte Jahr zutrifft. Gefühlt aber ist es so. Manchmal ist es ein theologisches Buch, das ich in Gedanken plane, manchmal eine Sammlung von Kolumnen über die kleinen Dinge des Lebens, manchmal eine Art Psalter für Fußballfans.

Ehrlich gesagt (und wie zu erwarten) kam es noch nie dazu, dass der Plan umgesetzt wurde, bislang bleibt es dabei: mein erstes und einziges Buch ist meine Doktorarbeit über das Leben Adams und Evas, ein Buch von dem ich freilich in der Rückschau sage: es ist nicht das, was die Welt am meisten braucht.

In diesem Sommer kam mir nun im Urlaub ein neuer Plan: