Predigt beim Livestream-Gottesdienst anstelle des TdE 2020c Richter Gemeinde 600
über Psalm 103,2
am Sonntag, dem 13.9.2020, in der Kirche Moritzburg

von Thomas Knittel

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Ihr Lieben! „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Über diesen Satz aus den biblischen Psalmen möchte ich heute mit Euch nachdenken. Gott gebe uns ein offenes Herz für sein Wort.

Es klingt jetzt vermutlich komisch, aber ich habe zu Beginn dieses Jahres begonnen, meine Lebenserinnerungen aufzuschreiben.

Anlässe gab es dafür verschiedene, ein wesentlicher war ein Besuch in Herrnhut. In der Herrnhuter Brüdergemeine gibt es eine besondere Ordnung, die noch aus den Zeiten der Gründung der Gemeinde stammt. Fast dreihundert Jahre ist das her. Jedes Gemeindeglied soll bis spätestens zum 50. Geburtstag einen geistlichen Lebenslauf verfassen. Darin soll der eigene bisherige Lebensweg als ein Weg mit Gott reflektiert werden. Wenn dieses Gemeindeglied dann stirbt, wird der von ihm verfasste Lebenslauf bei der Beerdigung vorgelesen.

Mir hat dieser Gedanke gefallen, dass man nicht nur die Daten des Lebens auflistet: geboren, eingeschult, ausgebildet, beruflich tätig als … sondern, dass man versucht, dahinter zu schauen, dieses Leben zu verstehen. Wie kam das eigentlich, was meine Geschichte geprägt hat? Welche Rolle hat Gott darin gespielt, ohne, dass mir das im Moment des Erlebens immer bewusst war? Interessanterweise war ich zu diesem Zeitpunkt auch gerade am Beginn der 50er und dachte also: jetzt wird es Zeit.

Und so fing ich mit dem Schreiben an, einzelne Kapitel zu verschiedenen Themen, auf Fortsetzung angelegt. Ich habe mich zum Beispiel an meine Konfirmation erinnert, an meinen Vater oder an die Zeit, als ich Gitarre spielen lernte. Ich habe mir auch die Losung meines Geburtstages angeschaut und gestaunt, wie gut dieser Bibelvers zu meinem Leben passt. Das hatte ich noch gar nicht gesehen.

 

Gedanken zum Lehrtext in den Herrnhuter Losungen für Freitag, den 3. April 2020

„Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Epheser 5,8-9)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

besondere Zeiten fordern uns zu einem besonderen Handeln heraus. Eigentlich hätte ich heute die Andacht im Bachhaus und im Seniorenzentrum gehalten. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ist das leider nicht möglich.

Trotzdem soll die Andacht nicht einfach ausfallen. Vielmehr stelle ich sie hiermit in anderer Form zur Verfügung.

Licht. Wie wichtig das Licht ist, habe ich erst letztens wieder sehr deutlich bemerkt. Ich hatte ein paar Tage Urlaub. Verreisen war nicht möglich. Im Fernsehen wurde mir gesagt: Das Beste ist, du bleibst zu Hause. Und so dachte ich, es wäre mal wieder an der Zeit, ein Puzzle in Angriff zu nehmen. 1000 Teile. Puzzle 400Das war sicher etwas kühn, denn ich muss zugeben, ich habe mehr als eine Woche (deutlich über die Urlaubszeit hinaus) gebraucht, um das Puzzle fertigzustellen.

Und das, obwohl ich über Tage hin beinahe Tag und Nacht daran gearbeitet habe. Das Puzzle, welches übrigens eine Alpenlandschaft abbildet, erwies sich dadurch als sehr schwierig, dass die einzelnen Teile sich immer wieder verdächtig ähnlich sahen. Auch von ihrer Form her waren sie oft nicht eindeutig, so dass ich immer wieder unsicher sein musste, ob ich das richtige Teil an der richtigen Stelle eingepasst hat. Dazu kamen auch noch die Lichtverhältnisse, die das Vorankommen manches Mal erschwerten. Es gab Zeiten, da habe ich gefühlte zehn oder fünfzehn Minuten nach einem bestimmten Teil gesucht. Manchmal habe ich den Tisch, auf dem meine Puzzleteile ausgebreitet waren, näher ans Fenster gerückt. Aber schon hatte die Sonne sich weiter bewegt oder sie war schließlich untergegangen.

Man müsste einfach mehr Licht zur Verfügung haben, dann würde es vielleicht schneller gehen. Wie oft habe ich diesen Gedanken in mir bewegt. Hinzu kam mein schlechtes Gewissen, denn meine Frau hatte ihr Puzzle, das sie parallel zu mir „bearbeitet“ hatte, längst fertig. Und nun wollte sie mir natürlich helfen, was aber mit meiner Abneigung gegen Mitwirkende beim Puzzlen kollidierte. Zusammengefasst: eine ziemlich angespannte Situation, obwohl es eigentlich Urlaub sein sollte.


Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ 2. Korinther 13,13

Am Ende des Jahres richten wir noch einmal den Blick auf Gott in seiner Dreieinigkeit. Aus ihm nahm das Jahr 2019 seinen Ursprung und zu ihm führt es uns hin. Und so wie Jesus und der Vater und der Geist eine Einheit bilden, so gehören auch die Gnade und die Liebe und die Gemeinschaft zueinander. Alle drei entspringen aus Gott selbst, auch wenn sie sozusagen an unterschiedlichen Stellen aus ihm heraustreten.

Die Liebe steht dafür, dass mein Leben von meinem Schöpfer her gewollt und anerkannt ist. Die Gnade steht dafür, dass Jesus mir beisteht, wenn ich nichts mehr zu beanspruchen habe. Die Gemeinschaft steht dafür, dass der Geist ein großer Netzwerker ist, dass er Menschen und Dinge permanent in Beziehung zueinander setzt.

Wenn wir in diesem Jahr über Gemeinschaft nachgedacht haben, so möge am Ende der Wunsch stehen, dass diese nicht ohne Liebe und Gnade bleiben möge. (Thomas Knittel)WIN 20181210 18 17 24 Pro

 

 

 

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“  1. Johannes 1,7

Laubeinsatz

In manchem sind die Sachsen eigen, wie man weiß. Zum Beispiel sind sie derzeit die Einzigen, die den Buß- und Bettag als Feiertag haben. Aber das liegt vermutlich nicht an ihrer besonderen Frömmigkeit oder Bußfertigkeit. Vielleicht ist es eher einer der Zufälle, aus denen Geschichte eben auch besteht. Vielleicht ist der Bedarf an Buße auch hierzulande besonders groß, man weiß es nicht.
Auf jeden Fall werden die Chancen der Buße nicht selten verkannt. Man will ja nicht das Gesicht verlieren oder das eigene Scheitern eingestehen. Aber im Grunde ist es doch wohltuend, endlich mal wieder aufzuräumen. Es geht dabei gar nicht so sehr um moralische Fehler. Sünde ist im Kern die Verweigerung von Gemeinschaft, das Sich-Abkapseln, Vertrauen aufkündigen, auch das Verkennen der eigenen Grenzen. Die Sünde verfinstert das Leben. Darum tut das Licht gut, wenn ich es zulasse. Die Buße stärkt die Gemeinschaft und ermöglicht Versöhnung und Neuaufbruch. Sie ist heilsam und wohltuend. Sie ist kein Handelsgeschäft, wie Martin Luther zurecht betonte. Sie ist eine Haltung fröhlicher Ehrlichkeit, wo auch die eine oder andere Träne gewiss dazugehört. (Thomas Knittel)

 

 

 

IMG 20181216 1258158

 
Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist's. So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“ 
1. Korinther 10,16-17

Am Gründonnerstag gedenken wir der Einsetzung des Abendmahls durch Jesus Christus. Er gibt sich in Brot und Wein. Im biblischen Verständnis bezeichnet der Begriff „Leib“ die Person in ihren schöpfungstheologischen Bezügen, also zu Gott und den Mitgeschöpfen hin. Der Leib Christi gewährt und ermöglicht personale Gemeinschaft und er nimmt die Glaubenden in diese Gemeinschaft hinein. Er schenkt Leben, dafür steht der Begriff „Blut“. „Tod“ als Gegenbegriff zu „Leben“ bezeichnet hingegen nach biblischem Verständnis die Beziehungslosigkeit.

Das Abendmahl ist die Gabe der gewährten Gemeinschaft. Es entreißt den Menschen der Beziehungslosigkeit und macht ihn neu zum Geschöpf Gottes. Es spricht mir die Versöhnung zu und lässt mich Teil der Person Jesu Christi werden. Teilhabe am Leben, Teilhabe an der Gemeinschaft der Geschöpfe, Teilhabe an der Kirche als dem Leib Jesu Christi. Manche reiben sich an der Kirche, aber doch dürfen sie Teil haben und Teil nehmen an der geistlichen Gemeinschaft, die aus dem Brot und dem Kelch quillt.

(Thomas Knittel)

 

 

 

Denn Makedonien und Achaia haben eine Gabe der Gemeinschaft beschlossen für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem.“ Römer 15,26

IMG 20181216 1250361
Paulus hat in den Gemeinden Griechenlands eine Kollekte für die Christen in Jerusalem gesammelt. Diese Sammlung hatte für ihn nicht allein eine materielle Bedeutung, sie war auch nicht nur eine soziale Geste der Barmherzigkeit. Schon allein das wäre freilich viel gewesen. Aber die Kollekte hatte für Paulus auch noch eine geistliche Bedeutung. Sie brachte gleichsam die weltweite Verbundenheit der Glaubenden zum Ausdruck. Sie drückte die Gemeinschaft aus, welche Menschen miteinander haben, die durch ihre Taufe zu Jesus Christus gehören. Eine Gemeinschaft, die auch dann besteht, wenn man sich gar nicht persönlich kennt.

In diesem Sinne wird auch in unseren Gottesdiensten heute das Dankopfer als Teil des Gottesdienstes gesammelt. Es ist mehr als die Spende am Ausgang der Kirche. Es ist ein Zeichen für die verbindende Zugehörigkeit zum Leib Christi. (Thomas Knittel)

 

 

 

Diese alle hielten einmütig fest am Gebet.“ Apostelgeschichte 1,14aHaende 3

Es gibt so viele Möglichkeiten, in Verbindung zu bleiben. Nicht immer ist es die persönliche Begegnung. Mitunter fällt es aus den verschiedensten Gründen schwer, zueinander zu kommen. Umso wichtiger ist es, dass wir Gemeinschaft auf anderen Ebenen herstellen können. Natürlich, man kann sich anrufen, E-Mails schreiben, Grüße mitgeben und so weiter.

Hier soll es aber um das Gebet gehen. Es rückt den Bruder und die Schwester in mein Blickfeld, es stellt intensive Verbindungen her. Das Gebet knüpft Netze der Gemeinschaft, es kommt dem Bruder und der Schwester zu Hilfe. Es lässt mich Anteil nehmen am Dank wie auch an der Klage der Anderen.

Das Gebet ist gleichsam der Blutkreislauf einer geistlichen Gemeinschaft. Es stellt Beziehungen zwischen den Orten und Häusern her. Durch mein Gebet kann ich trösten, aufrichten, die müden Hände stärken. Zugleich kann ich mich selbst besser verstehen lernen. Denn das Gebet für die Geschwister lässt mich von meinen eigenen Problemen für eine Weile Abstand nehmen.

Im Bilde des Blutkreislaufs gesprochen: das Gebet lässt Freude und Leid der einzelnen Glieder durch das Herz Gottes fließen. (Thomas Knittel)

 

 

 

Denn ich hoffe, dass ich bei euch durchreisen und euch sehen kann und von euch dorthin weitergeleitet werde, doch so, dass ich mich zuvor ein wenig an euch erquicke.“ Römer 15,24

IMG 20181216 1242415

Der Sommer ist die große Zeit des Verreisens. Das mag uns auch daran erinnern, dass Besuche hin und her ein großer Schatz in der Gemeinschaft der Diakone und Diakoninnen sind. Dass man zuweilen ganz spontan bei einem Diakon oder einer Diakonin an der Tür klingeln kann und dabei meistens eine offene Tür und ein offenes Herz findet, sollte nicht aus der Mode kommen.

Der Komfort ist nicht der eines Hotels, aber die herzliche Begegnung ist unschlagbar. Googelt doch einfach mal die Brüder und Schwestern, bevor Ihr auf Reisen geht. Oder nehmt ganz traditionell das Gemeinschaftsverzeichnis zur Hand. Oder steckt es wenigstens in die Fahrradtasche, dann könnt Ihr es rausziehen, wenn der Reifen platt ist und Ihr kein Flickzeug habt. Eine Diakonin oder einen Diakon findet man an so vielen Orten, echte Chancen für erquickende Begegnungen.

Ihr müsst ja nicht drei Tage bleiben, denn dann könnte der Besuch auch lästig werden. (Thomas Knittel)

 

 

 

IMG 20181216 1252383Jesus spricht: „Einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder.“ Matthäus 23,8

Betritt man das Rektor-Rühle-Haus in Moritzburg, kommt man im Eingangsbereich an diesem Spruch vorbei. Oft geht man daran vorüber, ohne Notiz von diesem Satz zu nehmen. Manche gehen vielleicht auch mit einem Lächeln daran vorbei, denn der Satz klingt schon ein bisschen wie aus einer anderen Welt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil im Brüderhaus durchaus nicht wenige Schwestern leben.

Und doch prägt dieser Satz das Leben und Lernen in Moritzburg. Er prägt den partnerschaftlichen Umgang zwischen Lehrenden und Lernenden auf dem Campus der Hochschule. Er verdeutlicht, dass das Brüderhaus mehr sein will als ein Studienwohnheim. Er steht für das, was Moritzburg im Kern ausmacht, die Verbindung von Bildung und geistlicher Gemeinschaft.

Meister steht für Lehrer (griechisch Didaskalos). Jesus ist natürlich kein Hochschulprofessor, und ein Seminar ist auch keine geistliche Veranstaltung. Aber das Miteinander, die Atmosphäre des Lebens in Hochschule und Brüderhaus sind durch diesen Lehrer geprägt. Wenn man den „Geist von Moritzburg“ beschreiben will, gehört dieser Satz unbedingt dazu. (Thomas Knittel)

 

 

 

Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Epheser 4,3-6053 GT

Gemeinschaft ist kein Produkt meiner Arbeit. Sie ist Gabe aus der Fülle und sprudelnden Lebendigkeit Gottes. Weil Gott über allen, durch alle und in allen ist, sind alle verbunden. Sie teilen die Hoffnung, glauben gemeinsam und werden durch das Band des Friedens geeint. Steiler kann man es kaum formulieren. Aber wie gesagt, es ist ja keine Leistung, die hier gefordert wird.

Herstellen kann ich solche Einigkeit nicht, aber bewahren kann und soll ich sie. Gemeinschaft ist Berufung und Aufgabe. Sie benötigt schützende Hände, bewahrende Gesten, zugewandte Blicke. Was kann ich der Gemeinschaft geben? Wo will ich sie schützen? Wem kann ich in Zerreißproben verbindlich und verbindend beistehen?

Gemeinschaft braucht Bedachtsamkeit. Sie ist zu kostbar, um leichtfertig preisgegeben zu werden. (Thomas Knittel)

 

 

 

Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist's. So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“ 1. Korinther 10,16-17

IMG 20181216 1258158Am Gründonnerstag gedenken wir der Einsetzung des Abendmahls durch Jesus Christus. Er gibt sich in Brot und Wein. Im biblischen Verständnis bezeichnet der Begriff „Leib“ die Person in ihren schöpfungstheologischen Bezügen, also zu Gott und den Mitgeschöpfen hin. Der Leib Christi gewährt und ermöglicht personale Gemeinschaft und er nimmt die Glaubenden in diese Gemeinschaft hinein. Er schenkt Leben, dafür steht der Begriff „Blut“. „Tod“ als Gegenbegriff zu „Leben“ bezeichnet hingegen nach biblischem Verständnis die Beziehungslosigkeit.

Das Abendmahl ist die Gabe der gewährten Gemeinschaft. Es entreißt den Menschen der Beziehungslosigkeit und macht ihn neu zum Geschöpf Gottes. Es spricht mir die Versöhnung zu und lässt mich Teil der Person Jesu Christi werden. Teilhabe am Leben, Teilhabe an der Gemeinschaft der Geschöpfe, Teilhabe an der Kirche als dem Leib Jesu Christi. Manche reiben sich an der Kirche, aber doch dürfen sie Teil haben und Teil nehmen an der geistlichen Gemeinschaft, die aus dem Brot und dem Kelch quillt. (Thomas Knittel)

 

 

 

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ 1. Mose 1,27

086 TdE

Mit der Bezeichnung des Menschen als „Ebenbild Gottes“ beschreibt die Bibel die Berufung zur Gemeinschaft. Er ist bestimmt, zum Gegenüber Gottes und der Mitgeschöpfe zu werden. Er ist berufen zur Verantwortung, ein Begriff der in sich kommunikativ ist. Antwort gibt der Mensch auf das, was ihm gesagt wird. Weiterhin ist der Mensch zur Partnerschaft befähigt. Er soll nicht für sich bleiben.

Im März richten wir unseren Blick auf das „Erwachen“ der Schöpfung aus dem Winterschlaf. Dazu passt, dass der Mönch Beda Venerabilis im 8. Jahrhundert den 18. März des Jahres 3952 vor Christus als ersten Schöpfungstag berechnet hat. Andere haben eher den 25. März als Tag der Weltschöpfung betrachtet. Aber es geht ja nicht um Kalenderfragen, wenn die Bibel von der Schöpfung spricht. Es geht darum, dass die Welt aus Gottes Gemeinschaftswillen hervorging und dass die Berufung der Geschöpfe im partnerschaftlichen Miteinander liegt. (Thomas Knittel)